Die Ernährung 頤
Die Ernährung zeigt den offenen Mund für Nahrung und Worte. Sie rät dir, achtsam zu wählen, womit du dich nährst und was du anderen gibst.
Das Urteil
Beim Rechten zu bleiben, bringt Heil. Schau, wer sich womit nährt und womit die Menschen ihren Mund zu füllen suchen.
Das Bild
Unter dem Berg ist der Donner. Der Edle achtet auf seine Worte und ist maßvoll beim Essen und Trinken.
Was bedeutet Die Ernährung?
Diese Lage gleicht einem offenen Mund. Oben und unten feste Lippen, in der Mitte eine Öffnung. Durch den Mund gehen zwei Dinge: die Nahrung, die hineinkommt, und das Wort, das hinausgeht. Womit du dich nährst, formt dich. Das ist nicht nur das Essen; auch was du liest, ansiehst, hörst und mit wem du Zeit verbringst, nährt dich. Ebenso nähren oder vergiften deine Worte andere. Du kannst die Stimmung eines Freundes heben, einem Kind Mut machen oder jemandem den Tag verdunkeln. Darum ist jedes Wort, das du sprichst, so wichtig wie jeder Bissen, den du nimmst. Beides formt dich und dein Umfeld.
Von dir wird verlangt, ehrlich hinzuschauen, womit du dich nährst. Was stärkt dich, was ermüdet dich? Gut für dich zu sorgen, ist kein Egoismus. Doch nur an dich zu denken, ist auch nicht richtig. Wer stark ist, trägt auch Verantwortung dafür, andere zu nähren. Verlier nicht das Maß. Übermaß schadet ebenso wie Hunger. Statt auf den Tisch anderer zu schielen, nutze deine eigenen Quellen. Wähle deine Worte mit Sorgfalt und achte darauf, was du isst und trinkst. Wenn du einen Menschen kennenlernen willst, schau, was er schätzt und womit er sich nährt.
Was jetzt zu tun ist
Achte heute darauf, womit du Geist und Körper nährst; lass eines weg und füge eines hinzu.
Liebe und Beziehung
Nährt ihr euch gegenseitig in der Beziehung, oder gibt einer immer und der andere nimmt nur? Mehrt das, was euch beiden guttut. Achte darauf, wie deine Worte auf dein Gegenüber wirken.
Beruf und Geld
Schau bei der Arbeit, wie du deine Mittel einsetzt; was nährst du, was lässt du wachsen? Biete deinem Team oder deinen Kunden echten Wert. Mach dein eigenes Einkommen stabiler, statt von anderen abhängig zu sein.
Die Linien
Wenn sich bei deiner Befragung eine Linie gewandelt hat (rot), lies nur diese Linie. Gezählt wird von unten nach oben.
- Erste Linie
Du lässt deine Zauberschildkröte fahren und schaust mit hängender Unterlippe auf mich. Unheil. Du hast eigene Quellen und Gaben und beneidest doch andere um das, was sie haben.
- Zweite Linie
Nahrung von oben erhoffen, vom natürlichen Weg abweichen; erwarten, von oben versorgt zu werden. So weiterzugehen bringt Unheil. Lerne, auf eigenen Füßen zu stehen.
- Dritte Linie
Sich von der echten Nahrung abwenden. Selbst wenn du auf dem Rechten beharrst, Unheil. Zehn Jahre lang handelt man nicht. Du jagst Dingen nach, die dich nicht wirklich nähren; halte inne und ändere die Richtung.
- Vierte Linie
Nahrung von oben zu suchen, bringt Heil. Wie ein Tiger schaut er aufmerksam, mit unstillbarem Verlangen. Kein Fehler. Du suchst Unterstützung, um anderen Gutes zu tun; das ist ein rechtes Anliegen.
- Fünfte Linie
Vom natürlichen Weg abweichen. Beim Rechten zu bleiben, bringt Heil. Das große Wasser soll man nicht durchqueren. Deine eigene Kraft reicht nicht aus; nimm Hilfe an, doch beginne jetzt keine großen Vorhaben.
- Oberste Linie
Die Quelle der Ernährung. Sich der Gefahr bewusst zu sein, bringt Heil. Es ist günstig, das große Wasser zu durchqueren. Die Verantwortung, andere zu nähren, liegt bei dir; kenne ihr Gewicht und wage große Vorhaben.
Trigramme
still, ruhend
erregend, bewegend
Verwandte Hexagramme
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Wirf sechsmal drei Münzen und sieh dir das Hexagramm und die wandelnden Linien zu deiner Frage an.
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